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Der Multiwellen-Oszillator: Prinzip und Aufbau

10. Okt.
6 Min. Lesezeit


Resonanz, stehende Wellen, Interferenz — und wie daraus ein Gerät wird. Ringe, Tesla-Spule, Funkenstrecke, Bauteil für Bauteil.


Wer zum ersten Mal vor einem Multiwellen-Oszillator steht, sieht vor allem eines: Ringe. Konzentrisch ineinander gesetzt, aus Metall, frei hängend. Sie sehen aus wie eine Skulptur und sind in Wirklichkeit eine Antenne.

Dieser Beitrag erklärt zuerst das Prinzip, nach dem das Gerät arbeitet, und dann seinen Aufbau.


Teil 1: Das Prinzip


Resonanz

Ein Weinglas klingt, wenn jemand den passenden Ton singt. Eine Schaukel kommt in Fahrt, wenn du im Takt schiebst, mit erstaunlich wenig Kraft.

Dahinter steht Resonanz, ein Grundprinzip der Physik: Jeder Körper, jede Materie hat eine Frequenz, bei der sie besonders leicht mitschwingt. Was zählt, ist die Übereinstimmung. Die Stärke des Anstosses kommt erst danach.


Der Körper ist elektrisch

Das Herz erzeugt bei jedem Schlag ein Frequenzfeld, das sich ausserhalb des Körpers messen lässt. Im EEG zeigt das Gehirn Wellenmuster, die man seit Jahrzehnten in Frequenzbändern beschreibt — Delta, Theta, Alpha, Beta, Gamma. Und jede Zellmembran trennt Ladungen, innen gegen aussen, eine Spannung in Millivolt.


Elektrotechnisch gelesen hat so eine Membran eine Kapazität und einen Widerstand. Wie ein winziges Bauteil.


Lakhovskys Schluss

Georges Lakhovsky, Ingenieur, in Russland geboren und in Frankreich tätig, veröffentlichte 1925 in Paris «Le Secret de la Vie». Darin beschreibt er die lebende Zelle als winzigen Schwingkreis: Widerstand, Kapazität, Induktivität, mit einer eigenen Grundfrequenz.

Diese Frequenz verändere sich mit dem Stoffwechsel und der Umgebung, schrieb er. Sie liege in einem Frequenzbereich, abhängig von Zelltyp und Zustand.

Eine Tabelle dieser Frequenzen hat er nie vorgelegt. Bis heute gibt es keine.

Daraus zog er seine technische Konsequenz, und sie trägt die ganze Konstruktion: Man sendet viele Frequenzen gleichzeitig und überlässt die Auswahl dem Empfänger. Das Feld macht ein Angebot, annehmen muss es der Körper.


1931 meldete er sein Gerät zum Patent an, Multiple Wave Oscillator. US-Patent 1’962’565, erteilt 1934.


Stehende Wellen

Jede Gitarrensaite macht das, jede Orgelpfeife. Am ehesten kennst du es aus dem Badezimmer: Ein Ton klingt plötzlich voller, sobald du eine Handbreit zur Seite gehst.


Treffen zwei Wellen gleicher Frequenz aus entgegengesetzten Richtungen aufeinander, entsteht eine stehende Welle. Sie bleibt im Raum verankert, mit festen Knotenpunkten und dazwischen Bereichen starker Bewegung.


Zwischen den Ringen des MWO entstehen solche Felder. Das Muster bleibt über die Zeit konstant, eine Frequenzstruktur, die steht. Es gibt Zonen hoher und niedriger Intensität, und in der Mitte, wo sich die Wellenzüge ausgleichen, eine ausgeglichene Zone.

Dort sitzt oder liegt die Person.


Interferenz

Wo viele Wellen zusammentreffen, entsteht ein neues Muster. Beim MWO auf mehreren Ebenen gleichzeitig.


Geometrisch. Die gestaffelte Ringanordnung überlagert sich symmetrisch, in der Feldmitte sind alle Anteile gleichzeitig da.


Frequenzmässig wird es interessanter. Durch die Kombination vieler Frequenzen treffen Wellen in ganzzahligen und in krummen Verhältnissen aufeinander. Ganzzahlige erzeugen harmonische Muster, Oktaven und Intervalle wie in der Musik. Krumme Verhältnisse erzeugen feinere, dichtere Überlagerungen. Zusammen ergibt das ein dichtes Feld, das trotzdem im Rahmen bleibt.


Dazu kommt der Mensch. Wer im Feld sitzt, bringt seine eigenen Rhythmen mit, und was daraus wird, entsteht in diesem Moment zwischen Gerät und Person.


Deshalb erzählen zwei Menschen nach derselben Sitzung Verschiedenes. Das Gerät bleibt sich gleich, das Zusammentreffen wechselt.


Die Verwandtschaft zu Tesla

Der Multiwellen-Oszillator teilt sein technisches Herzstück mit Nikola Tesla: die Tesla-Spule.


Tesla arbeitete mit der Erkenntnis, dass Energie auch durch den Raum geht und dass die Struktur eines Feldes so viel zählt wie seine Stärke. Seine Spulen erzeugen hohe Spannungen bei niedriger Stromstärke und regen Felder über Distanz an, berührungslos.


Die Technik ist verwandt, die Absicht geht auseinander. Tesla wollte Energie übertragen und nutzbar machen. Lakhovsky wollte ein Feld bereitstellen, in dem biologische Systeme etwas vorfinden.


Teil 2: Das Gerät


Die Ringe

Ein klassischer MWO hat sieben bis zwölf konzentrische Ringe. In der Praxis sind neun bis elf gut beherrschbar. Der innerste misst 20 bis 30 Zentimeter im Durchmesser, der äusserste 90 bis 120.


Jeder Ring hat eine andere Länge und damit eine andere Resonanzfrequenz. Ein kurzer schwingt höher, genau wie eine kurze Saite höher klingt. Wer viele Ringe unterschiedlicher Grösse ineinandersetzt, bekommt ein ganzes Bündel von Frequenzen auf einmal.


Mehr Ringe heisst breiteres Spektrum und feinere Abstufung. Und mehr Arbeit in der Werkstatt: Die Abstände müssen so sitzen, dass sich die Felder sauber überlagern. Oft folgt der Abstand einem harmonischen Verhältnis. Die Ringe sind gewissermassen oktaviert.


Warum die Ringe nicht verbunden sind

Ein Detail, das beim Hinschauen leicht übersehen wird: Die Ringe sind konzentrisch angeordnet, aber elektrisch nicht miteinander verbunden. Sie hängen frei oder sind nur punktuell befestigt, idealerweise an Kunststoff oder Holz, damit der Rahmen die Feldführung nicht stört.


Angeregt werden sie berührungslos. Jeder Ring nimmt aus dem umgebenden Hochfrequenzfeld auf, was zu ihm passt, und gibt seine eigene Welle wieder ab — als eigener Schwingkreis, nicht als Glied in einer Kette.


Das Material

Messing und Kupfer sind die Klassiker. Aluminium kommt vor, wird heute eher gemieden. Manche Hersteller vergolden oder versilbern die Ringe, um die Oberflächenleitfähigkeit zu erhöhen.


Das Metall muss amagnetisch sein, sonst verzerrt es das Feld, das es abgeben soll. Es braucht eine blanke Oberfläche, weil Oxid die Leitfähigkeit verändert. Und es sollte in Dichte und Struktur möglichst homogen sein — Materialfehler bedeuten Resonanzfehler.


Anwender, die mit beiden Metallen gearbeitet haben, beschreiben Kupfer als ruhiger und körpernäher, Messing als offener und raumgreifender. Ob sich das messen lässt, ist offen.


Die Spule

Eine Tesla-Spule hat zwei Wicklungen. Die primäre: wenige Windungen dicker Draht, flach oder spiralförmig gewickelt, niedriger Widerstand. Die sekundäre: mehrere hundert bis über tausend Windungen dünnerer Draht, meist auf einen Zylinder gewickelt. Zusammen arbeiten sie als Schwingungstransformator und machen aus niederfrequenter Energie hochfrequente Hochspannung.


Die Bauform richtet sich nach dem Gerät. Zylindrisch und vertikal richtet die Hochfrequenz nach oben und unten, passend für stehende Aufbauten. Flach und spiralförmig strahlt in die Fläche, passend für seitlich montierte Ringe.


Auf die Wicklung kommt es an. Unregelmässigkeiten in Windungszahl oder Abständen führen zu Verzerrungen im Feld.


Die Funkenstrecke

Zwei Metallkugeln, dazwischen ein paar Millimeter Luft. Das ist das Herzstück.


Zwischen den Elektroden wird die Spannung hochgefahren, bis die Luft ionisiert und ein Funke überspringt. Dieser Funke ist der Taktgeber. Im Moment des Zündens erzeugt er eine Vielzahl von Frequenzen gleichzeitig.


Die ersten Radiosender der Welt arbeiteten mit Funkenstrecken. Später wurden sie verboten, weil sie zu viele Kanäle auf einmal belegten. Was den Rundfunk störte, ist hier das Prinzip.

Betriebsspannung

10 bis 50 kV

Frequenzbereich

100 kHz bis mehrere MHz

Impulsfrequenz

meist 60 bis 200 Hz

Elektrodenabstand

idealerweise 2 bis 4 mm

Der Elektrodenabstand ist der empfindlichste Wert am ganzen Gerät. Je enger, desto höher die Entladungsfrequenz und desto schärfer der Funke. Unter einem Millimeter wird die Entladung oft zu scharf. Zwei bis vier Millimeter, etwa ein Streichholzkopf breit, haben sich bewährt.


Es gibt mehrere Bauformen. Die einfache Doppelkugel mit zwei verstellbaren Metallkugeln ist robust und stabil. Die Scheibenfunkenstrecke sitzt flach auf einem Kühlkörper. Die rotierende, motorisierte Variante erlaubt eine exakt gesteuerte Entladungsfrequenz. Und die gesperrte Strecke mit Funkenkammer läuft leiser und sicherer, bei höherem Bauaufwand.


Als Spannungsquelle dient je nach Gerät eine Zündspule aus einem älteren Auto, ein Neon-Transformator als klassische Lösung mit stabilem Ausgang, oder ein moderner Solid-State-Generator, präziser steuerbar und kompakter.


Was dabei entsteht

Aus dem Zusammenspiel von Spule, Funkenstrecke und Ringen entsteht kein einzelner Ton, sondern ein Band. Die Grundimpulse liegen meist im Bereich von 0,1 bis 5 MHz, das gesamte Spektrum reicht weiter hinauf.


Das Spektrum ist dabei nicht linear. Es beginnt im messbaren Bereich der Hochfrequenztechnik und fächert sich über Oberschwingungen auf — vergleichbar einem Orchester, das nicht einen Ton spielt, sondern aus Grundton und Obertönen ein kontinuierliches Klangband erzeugt.


Strom, Filter, Erdung

Ein MWO ist Hochfrequenztechnik und hängt trotzdem an gewöhnlicher Hausinstallation. Der Strom dort trägt allerlei mit sich: Schaltnetzteile, Phasenanschnittsteuerungen, LED-Trafos und WLAN-Geräte speisen ihre Rückwirkungen ins Netz zurück.


Ein Netzfilter reduziert diese Rückflüsse. Ein Trenntrafo schafft galvanische Trennung vom Netz und schützt Gerät wie Anwender. Die Erdung leitet Restladungen über den Schutzleiter ab, stabilisiert die Spannung und schützt bei Fehlströmen oder Kurzschlüssen.

Aus der Praxis: Gib dem MWO einen eigenen, abgesicherten Stromkreis. Kühlschrank, Router und Dimmer gehören auf einen anderen.



Wo die Physik aufhört

Zum Aufbau lässt sich viel Konkretes sagen: Durchmesser, Windungszahlen, Spannungen, Frequenzen. All das ist messbar und nachprüfbar, und genau deshalb steht es in diesem Text.

Was ein Mensch im Feld wahrnimmt, liegt jenseits dieser Grenze. Nach allem, was in Teil 1 über Interferenz steht, ist das auch zu erwarten: Jeder bringt seine eigenen Rhythmen mit, und was entsteht, entsteht im Moment zwischen Mensch und Gerät. Deshalb erleben zwei Personen dieselbe Sitzung verschieden — und dieselbe Person an zwei Tagen ebenfalls.

Der Multiwellen-Oszillator ist kein Medizinprodukt und ersetzt keine ärztliche Diagnose, Behandlung oder Beratung.


Das Gerät selbst ansehen

Am 7. und 8. November sind wir mit einem MWO an den Gesundheits-Tagen in Nottwil. Samstag von 12 bis 19 Uhr, Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Die Ausstellung ist überschaubar, du findest uns ohne Suchen.

Wer lieber in Ruhe fragt: In Elgg gibt es Termine für persönliche Gespräche.

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